Müll, Müll, Müll, Müll

Fischadler ?

Kampfstarke Hechte

22.09.2020  Ich verbrachte mal eine Woche im Urlaub, an der Ostsee. Klar, wollte ich dort angeln. Aber es erstellte sich mehr als schwierig. Wieder in der Heimat, leicht entzügig, musste ich sofort ans Wasser. Es dauerte auch nicht lange und ein straffer ü 90er attackierte meinen Kunstköder. Er lieferte einen heftigen Drill. Diesen seht ihr auf der Startseite. Ich freute mich, ein schönes Tier. Zwei mittlere Hechte folgten noch. Nach dem Erfolg, setzte ich mich auf meinen Drahtesel. Traf mich mit meinen Angefreunden, um zu erfahren was es Neues gibt. Die letzten Fänge wurden besprochen und ausgewertet. Ein weiteres Thema, angeblich kreisen Fischadler über unserem Auenwald. Ich belächelte die Aussage. Es stand schon in der Zeitung, wurde mir verdeutlicht. Ich zweifelte weiterhin an der Nachricht. Am nächsten Tag ging es erneut auf Hecht. Ich tätigte meinen ersten Wurf mit der Spinnrute. Mein Blick beim Einholen, nach links oben gerichtet. Ich traute meinen Augen nicht. Da saß er, einige Meter von mir, auf einem blattleeren Ast. Deutlich zu erkennen an seinem Haarschopf und dem Adlerschrei. Bei jedem Angelausflug sah ich dieses Prachttier. Und es ist nicht der einzige Adler. Zeitgleich konnte ich zwei Exemplare ersehen. Erstmalig konnte ich einen Adler bei der Jagd beobachten. Das ist nicht wie beim Milan, welcher mit seinen Krallen, den Fisch oberhalb der Wasseroberfläche fängt. Der Adler geht da brachialer vor. Er stürzt sich mit voller Kraft ins Wasser. Ein lautes Platschen ist zu hören. Es war auf jedenfall sehenswert.

Mit Verlauf umkreiste ich mehrere Gewässer. Es war wiedermal erschreckend, wie vermüllt manche waren. Ein gesunder menschlicher Verstand, sagt doch: " Ich nehme meinen Müll wieder mit !" Tatsache wurden diesbezüglich vielen Menschen ins Gehirn geschissen.  Diese logische Denkensweise ist dann wohl gelöscht. Einen Dank allen, welche regelmäßig unsere Gewässer reinigen und pflegen.

Ein freier Tag stand an. Stabsmäßig bereitete ich mich auf den kommenden Angeltag vor. Meine Motivation war am Siedepunkt. Ziehlfisch war natürlich der Hecht. Mit Sonnenaufgang begab ich mich an mein erstes Gewässer. Wurf um Wurf wurde getätigt. Ein kleiner untermaßiger Hecht, war nach drei Stunden das Ergebnis. Die Motivation sank. Ich steuerte das nächste Gewässer an. Eine weitere Stunde verging ohne Kontakt. Dann kamen zwei Anfasser. Dabei blieb es aber auch. Meine Motivation neigte sich dem Ende. Die Schultern fingen vom Wefen leicht an zu schmerzen. Ich beschloss, ab ins Heim, ein leckeres Bierchen genießen, vielleicht noch einen Mittagsschlaf zu tätigen. Versteckt in mir, gab es noch einen kleinen Impuls. Dieser sagte, versuche es noch einmal an der nächsten Stelle. Das tat ich auch. Dann kam der Einschlag, 80 cm. Abgehakt und der nächste Wurf wurde getäfigt. Rums,  Rute krumm, der nächste Hecht hing. Zwei Würfe später und ich hatte wieder Erfolg. Adrenalin war bei mir voll ausgeprägt, die Motivation am Zenit. Es folgten noch vier weitere Hechte, innerhalb von ca. 30 min, alle an einer Stelle. Bemerkenswert war, die Kraft, welche die Hechte beim Drill geboten haben. Dann war es wieder vorbei mit der Beißphase. Und alles das geschah bei sommerlichen Tempeaturen, um die Mittagszeit. Was war der Grund für das plötzliche Beißverhalten. Sammelten sich die Fische an diesem Platz, war es ein Beißfenster ? Wieder mal zeigt es sich, aufgeben ist keine Variante.

Wo sind all die Hechte hin ?

22.10.2020 Bis zu meinem Urlaubsbeginn, in der zweiten Oktoberwoche, bissen die Hechte super. Ich erholte mich wie jedes Jahr, eine Woche an der Havel. Ich malte mir schon die besten Fänge aus. Am Anreisetag schien die Sonne, beste Wetterlage. Kaum angekommen landete meine Matchrute im Wasser. Die Fisch bissen wie blöd. Der vierte oder fünfte Fisch war gleich eine Prachtschleie. Die Rotfedern und Rotaugen waren stattliche Exemplare. In unserer Region schwieriger an den Haken zu bekommen, sind sie in der Havel und deren Nebenarmen keine Seltenheit. Am zweiten Tag kühlte es saftig ab. Das ist nicht gut für die Schleien, dachte ich mir und so war es dann auch. Eigentlich ist dieses Gebiet sicher bezüglich Schleienfang. Totz allem gingen einige schöne Fiche raus, welche ihr oben auf den Bildern ersehen könnt. Wieder in der Heimat ging es sofort am nächsten Morgen auf Hecht.

                                     Nullrunde!

         Das ließ ich nicht auf mir sitzen. Jede freie Zeit, welche mir verblieb, zog ich erneut ans Wasser.

                                                                   Nullrunden !!!!

Mehrere Tage Nullrunden, soetwas kenne ich beim Hechtangeln nicht. Ich hörte mich bei meinen Angelfreunden um. Überall bekam ich die gleiche Auskunft. Die Raubfische beißen extrem schlecht. Infolge konnte ich noch einen Hecht um die 60 vermerken, Thomas einen Prachtbarsch von 43 cm. Ich beobachtete das Wasser intnsiv. Es war kein Rauben , in jeglicher Form wahrzunehmen. Die Wasseroberfläche liegt seit zwei Wochen nahezu still. Hin und wieder steigt ein Karpfen, welche wohl momentan ganz aktiv sind. Gute Karpfenfänge wurden mir gemeldet. Unter Angelfreunden jeglichen Alters, übten wir ein gemeinsames Angeln an der Saale aus. Hier gingen einige Weißfische raus. Ich hoffe, dass der Hecht bald wieder jagen möchte. Ich bin mir sicher der Tag oder die Tage kommen, da ist die Rute krumm, aber richtig. Ganz unten nochmals ein Bild, welches ich nicht kommentiere. Ihr kennt ja meine Meinung.

18.11.2020 Die Hechte beißen nicht nur schlecht, sie beißen sehr schecht. Seit meinem letzten geschriebenen Bericht, habe ich 13 Hechte gefangen. Das hört sich sicherlich, erst einmal gut an. Rechne ich das auf die Zeit, welche ich am wasser verbracht habe, ist das Nichts. Habe ich einen freien Tag, schöpfe ich diesen meist komplett aus, verbringe diesen an unseren Gewässern. Selbst vor der Spätschicht, nach der Frühschicht, nutzte ich ein, zwei Stunden. Immer in der Hoffnung, dass es mal son richtiges Kalieber am Haken hängt. Leider war es nicht so. Die gefangenen Hechte waren im Durchschnitt 65 cm. Nie aufgeben ist meine Dewiese, auch wenn die Spucke sehr lang wird. Ich zog erneut mit Thomas ans Wasser. Der erste Spot war eigentlich ein fangsicheres Gewässer. Sämtliche Köder verschiedener Hersteller flogen in alle Richtungen. Kein Anfasser, kein Nachläufer, es war komplette Stille. Die Wasseroberfläche lag still. Kein Rauben war zu vermerken. Wir zogen an das nächste Gewässer. Nach einigen Stunden lag die Motivation am Nullpunkt. Thomas und ich fingen schon an zu phatasieren. Ich wollte abbrechen, mich nach Hause begeben. Thomas motivierte mich, noch eine Stelle abzuangeln. Ich ließ mich überreden. Fächerförmig beangelte ich meine Stelle. Kurz vor Abbruch, montierte ich noch einen Gummifisch. Ich klopfte den Grund ab. Dann gab es einen Einschlag. Der Fich kam zur Oberfläche. Ich sah die Maserung und Stacheln auf dem Rücken. Ein schöner 65er Zander landete in meinem Kescher. Jahrzehnte angelen wir schon intensiv in diesem Gewässer. Nie fingen wir Zander oder Wels. Doch heute wurde ich belohnt, nach all der Ausdauer und Mühe. Ich muss gestehen, es war der erste anständige Zander in meinem Leben. Würde ich gezielt in unseren Flüssen auf Zander gehen, hätte ich bestimmt schon einige mehr. Ich liebe aber meine Seen und Altärme, genieße die Ruhe an diesen. Jedenfalls wird dieses schöne Exemplar auf dem Kugelgrill zubereitet und landet zu Weihnachten auf dem Tisch. Die kalten Tage nehmen Einzug. Eine willkommene Abwechslung, ist das Nachstellen auf Döbel. Zweimal ein Fließgewässer angefahren und immer hat es geklappt. Der Döbel auf dem Bild hatte 57 cm Selten geht es unter die 50cm Marke. Es macht wirklich Freude, diese Fische zu beangeln.

Hätte ich ich nicht das schönste Hobby der Welt, würde ich in der jetztigen zeit glaube verblöden, vereinsamen. Täglich qualmt mein Räucherofen, welcher mein bester Freund geworden ist. Jegliches Koch und Grillerlebnis mit Freunden, wird wohl noch eine Weile dauern. Ich vermisse meine Freunde, Feiern, Verein. Der ganze Coronamist wird wohl noch einige Zeit dauern. Hoffentlich wird nicht noch der Ausgang eingeschränkt oder untersagt. Dann wird es richtig bitter. Hoffen wir auf das Beste.   

                                                                            Alles Gute, Stefan

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© Stefan Strauch