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02.01.2021 Ich wünsche euch ein gesundes, neues Jahr und erholsame, fischreiche Angeltage. Nach einer langen Silvesternacht, war ich nahezu an meine Grenzen erschöpft. Am 2. Januar weckte mich meine Freundin, mit den Worten: "Wollen wir angeln fahren ?" Ich flog aus meinem Bett. Eine Büchse Frühstücksfleisch, mehr war für die Köderwahl nicht notwendig. Das Wetter war perfekt. Es war windstill, die Temperaturen leicht über Null. Die Gefahr, dass uns ein eisiger Wind um die Ohren pfeift, war also nicht gegeben. Am Spot angekommen, dauerte es auch nicht lange, bis die Pose sich leicht hob und dann langsam unter die Wasseroberfläche zog. Da hing er am Haken, ein fetter Döbel. Ziel war es nun, dass meine Freundin auch einen Döbel fängt. Ich legte meine Rute bei Seite und versuchte sie an das Ziel zu führen. Es folgten drei Bisse, plus einem gehakten Fisch. Leider konnte kein Fisch von ihr gelandet werden. In Kehrstömungen, Kurvenbereichen ist es nicht so einfach die Schnur richtig zu führen, so dass beim Anschlag sofortiger Kontakt zum Fisch besteht. Sollten diese Fähigkeiten noch nicht ausgeprägt sein, geht so mancher Fisch verloren. Übung macht in diesem Bezug den Meister. Ich bin mir sicher, dass sie in naher Zukunft ihren Prachtdöbel fangen wird. Für mich war es auf jeden fall, ein guter Auftakt in ein neues Jahr. Angelfreunde hatten in den wärmeren Tagen vor Neujahr, gute Fangerfolge auf Hecht erzielt. Ein Großteil der Seen und Teiche sind nun zugefroren. Ich hoffe, dass ich vor der Schonzeit nochmals auf Hecht zuschlagen kann. Sonst wird wohl der Döbel mein Zielfisch bleiben.

Bis zum nächsten Bericht, Gruß Stefan

21.01.21  Ich hatte jetzt eine Woche frei. Aufgrund der Coronaeinschränkungen hatte ich genügend Zeit. Zeit Angeln zu gehen. Jedoch stellte sich das Wetter quer. Die Temperaturen gingen unter Null. Unsere stehenden Gewässer froren zu. Ein Angeln war nicht mehr möglich. Kein Grund aufzugeben, im Fließwasser kann ich ja noch angreifen. Auch am Tag verblieben die Temperaturen unter Null. Die Ösen an den Ruten würden zufrieren. Ein Angeln kaum möglich machen. So langsam stellen sich Entzugserscheinungen bei ein, Unzufriedenheit weckte sich in mir. Ich musste einen Fisch fangen. Da kam Hoffnung auf. Wärmere Tage wurden vom Wetterbericht angekündigt. Da waren sie, die teilweise zweistelligen Temperaturen. Das hieß nicht, dass die Gewässer sofort auftauen. Sie blieben vom Eis bedeckt. Was solls, ab an die Saale, Döbel angeln. Denkste, es fing an zu stürmen. Trotz wärmster Sachen, kühlte der Wind meinen Körper komplett durch. Die Angeln flogen durch den Sturm von den Halterungen. Abruch und nach Hause, ein Versuch war es wert. An meinen letzten freien Tag, zog ich erneut ans Wasser. Siehe da, der Großteil der Seen war eisfrei. Warum sollte mir der Wettergott auch gnädig sein ? Sturm wurde mir geschickt. Kein Auswerfen des Kunstköders war möglich. Die Wellen auf dem Wasser schlugen Schaum. Abbruch !!! Mein Freund Thomas hatte am Folgetag Glück. Die Wetterbedingungen passten und er wurde mit einem Hecht belohnt. So, jetzt gehen die Temperaturen wieder abwärts und die Oberfläche wird sich wieder schließen.

Wie denkt ihr darüber ?

Es ist die zweite Woche im Januar. Meine Freundin und ich sind an unsere heimischen Saale angeln. Nach einer kurzen Wartezeit, wurde meine Freundin mit einem schönen Döbel belohnt. Wir wechselten die Stelle, gingen flussaufwärts. Von weiten sahen wir zwei Kinter auf uns zukommen, in Begleitung ein erwachsener Mann. Die Kinder riefen lauthals: " Die wollen Fische töten ! " Diese Ausrufe versauten mir nahezu den Angeltag. Ähnliche Erlebnisse hatte ich schon mehrfach. Die Kinder verblieben in unserer Nähe und fingen an Fragen zu stellen. Der Mann entfernte sich und wartete in ca. 50m Entfernung. Sie fragten: " Was macht ihr mit den Fischen ? Tötet ihr sie ? Man stelle sich vor, die kinder wären während eines Fanges mit anwesend. Was sagt man, als Auszuübender unseres Hobbys ?

Möglichkeit 1 : Ich entnehme den Fisch aus seinem Lebensraum. Betäube das Tier mit einem dafür vorgesehenen Gegenstand, mit einem Schlag auf den Kopf. Anschließend zücke ich mein Messer und steche das Tier vorschriftsmäßig. Das Blut wird an meinen Händen herunterlaufen, wische es an einem Tuch ab. Ich erkläre den Kindern, dass ich zu diesem Handeln verpflichtet bin. Verdeutliche die gesetzlichen Gegebenheiten, dass das beschriebene Handeln ordnungsgemäß ist.

Wie reagieren die Kinder ?

Möglichkeit 2 : Ich entnehme den Fisch aus seinem Lebensraum. Löse bei perfekten Sitz, mit Leichtigkeit den Haken, wenn mögich sogar noch im Wasser. Ich feuchte meine Hände an, halte den Fisch  und die Kinder dürfen diesen bewundern, auch einmal anfassen. Daraufhin können alle wahrnehmen, wie der Fisch in seinem Element verschwindet. Ich hoffe, ich schaue dann in interessierte, glückliche Kinderaugen. Jetzt erzähle ich den Jungs oder Mädels, dass ich gesetzeswiedrig gehandelt habe, eine Straftat, begangen habe. Weil ich den Fisch wieder in seinen Lebensraum gegeben habe.

Wie reagieren die Kinder ?

Ist es nicht kindgemäß, wenn Kind einen Angler sieht. Zu diese Person geht, fragt ob die Angel einmal gehalten werden darf. Staunt, wenn ein Fisch am Haken hängt. Das Tier anfassen möchte. Das Kind stellt Fragen, wie, was, warum ? Neugier, dass sind gegebene, natürliche Instinkte, nicht Ablehnung und Verachtung.

Aus meiner Sicht, leben wir in einer ausgeprägten Wohlstandsgesellschaft. Blicke ich in meine Kindheit zurück, war das Töten von Tieren für mich Normalität. Jedes Wochenende begab ich mich am Vormittag auf den Bauernhof. Leben und Tod der Tiere gehörten zur Normalität, sowie ein respektvoller Umgang mit diesen. Ich staunte als das Huhn ohne Kopf über den Bauerhof flitzte. Als das Kanienchen, nach dem Genickschlag, dass Fell abgezogen wurde. War oder bin ich deswegen ein Unmensch, schlecht erzogen. Nein, dass bin ich nicht !

Ist es eine gesunde Form der Erziehung, wenn ich ein Kind von klein auf vegan erziehe ? Menschen, welche tierische Nahrung einnehmen, als Schänder der Natur hinstelle. Kindern vegane Chicken Nuggets zum Essen gebe ?

Ein Für und Wieder und ein immer wiederkehrendes Streitthema

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Alleine am Wasser, der Fisch zu groß und zu schwer, dann entstehen solche super Bilder.

10.03.2020 Endlich ist wieder ein Angeln möglich. Ausgiebiger Schneefall und langanhaltende Tiefsttemperaturen unter Null, ließen ein Angeln  unmöglich zu. Folgend gab es Hochwasser. Obwohl nach der Kälte eine Schönwetterphase folgte, verblieben die Seen und Teiche noch lange Zeit gefroren. Auf den nächsten Angeltag, hieß es also, weiter warten. Schluß mit lustig, sagte ich mir. Ich fuhr unseren Heimatfluss, die Saale ab. Irgendwo muss ein Angeln möglich sein. Trotz massiver Strömung fand ich einen Kehrbereich. Das  Wasser staute sich vor einer Buhne. Dort wo unter normalen Bedingungen eine Wassertiefe von wenigen Zentimetern herscht, legte ich meine Montage ab, ein zwei Meter vom Ufer. Wie typisch um diese Jahreszeit, kommt der erste Biss in den ersten Minuten, nicht selten Sekunden. Mein Zielfisch, ein fetter Döbel hing am Haken. Die Fangstelle konnte ich für die nächste halbe Stunde, außer acht lassen. Aus Erfahrungen weiß ich, nur selten folgt an selber Stelle ein zweiter Döbel. Einige Meter stromaufwärts folgte der zweite Dickkopf. Weitere Tage verblieben erfolgreich. Meist gingen ein, zwei Fische an den Haken. Langsam ging das Wasser im Fluß zurück. Somit änderte sich auch der Aufenthalt, sowie das Beißverhalten der Fische. Zwei Tage verblieb ich Schneider. Ich gab diese Angelstelle auf. Ich folgte einer weiteren Idee, welche in den Vorjahren immer Erfolg brachte und so war es auch. Kehrströmungen in tieferen Regionen aufgesucht und die nächsten Döbel folgten. Etwas Erfahrung mitbringen, den Fischen nachstellen und der Erfolg bleibt meistens nicht aus. Wichtig ist es, den Köder auf Grund, bzw. grundnah zu präsentieren. Topköder verbleiben Tostbrot und Frühstücksfleisch.

Jedes Jahr folge ich meiner Tradition. Bestimmte Gewässer sind zu bestimmten Jahreszeiten, bei mir Trumpf. Man trifft Menschen wieder, welche sich von den Vorjahren, an mich erinnern oder umgekehrt. Selbst Hunde können sich perfekt an mich erinnern. Man kommt mit den Menschen ins Gespräch, tauscht sich aus. In der momentanen tristen Zeit, ist das eine willkommene Abwechslung. Irgendwie sind die meisten Gespräche für mich tiefgrüdiger, regen mich noch Minuten später zum nachdenken an. Das bringt wohl die momentane Zeit mit sich. Trotz unangenehmer Wetterphasen, halten sich viele Menschen in der Natur auf. Positiv, alle Gespräche verliefen sehr angenehm. Die Personen stellten interessenbezogene Fragen. Arroganz, Beschimpfungen, irrelevantes Geschwafel verblieben aus.

Für die nächsten Wochen, wird das Fließwasser weiterhin Thema bleiben. Die Seen werden hin und wieder von einer dünnen Eisschicht überzogen sein. Das Wasser wird kalt bleiben. Somit auch das Beißverhalten in den stehenden Gewässern stark eingeschränkt.

Bis bald, Stefan

09.04.21 Dieses Jahr ist das Beißverhalten deutlich verändert, als in den Vorjahren. Trägt der strenge Winter dafür die Verantwortung, plus dem anschließenden Hochwasser ? Folgend von einer anhaltenden Kältewelle, welche unterbrochen wurde durch wenige warme Tage. Vor ca. zweieinhalb Wochen, hatte ich einige Tage frei. Typisch für diese Zeit, begab ich mich auf Großdöbeljagd. Ja, dass Projekt hat ganz gut geklappt. Jedoch waren diese deutlich schwieriger an Haken zu bekommen als in den letzten Jahren. Was biss, waren kräftige Brassen. Selten um diese Jahreszeit, gingen mir solche prächtigen Exemlare ans Gerät. Fast alle Fische fing ich in Kehrstöhmungen. Ein Gr0ßteil, der Fische lag noch ab. Meine Vermutung wurde bestätigt, an den zu erkennenden Befall von Egeln. In den Vorjahren waren die Fische um diese Zeit deutlich aktiver. Die Fische zogen von den Mündungsgebieten, die Flussläufe aufwärts. In den Überlaufgräben zogen Schwärme von Weißfischen. Durch meine Polbrille konnte ich in den letzten Wochen, keine ziehende Fische erkennen. Mit einem Tag auf den anderen bissen die Döbel, an einem meiner sicheren Fangplätze nicht mehr. Ich vermutete die anstehende Laichzeit, eigentlich noch viel zu kalt dafür. Ich verblieb drei Tage ohne Döbel. Kapitale Klodeckel bissen weiterhin. Ich wechselte das Gewässer. Siehe da, in diesem Gewässer bissen noch die Großmäuler. Heute Früh, am 10.04., begab ich mich an einen Nebenfluss der Saale. Eigentlich ein fangsicherer Spot. Ich fing nichts auf meine Methoden, ein Unding. Ich wechselte an die Saale. Da haben die Fische den Schalter umgelegt. Rein die Pose und da war sie auch schon weg. über ca. drei Stunden landete ich viele Fische. Aber auch hier waren Veränderungen wahrzunehmen. Kräftige Döbel konnte ich nur zwei vermerken, deutlich rampuniert und in schlanker Gestalt. Ein eindeutiges Zeichen für den anstehenden bzw. laufenden Laichprozess. Brassen und Güstern waren alle verschwunden. Selbst Füttern half nichts, um diese zu fangen. Dafür bissen bei mir erstmals die kleinen Döbel um die 35, 40 cm. Aalande, deutlich zu erkennen an der Oberflächenaktivität bissen, plus der kleinere Weißfisch ist deutlich aktiver. Da war die Raubfisch nicht weit entfernt. Mehrfache Raubzüge oberhalb der Wasseroberfläche waren zu verzeichnen. Für mich keine guten Anzeichen,  meine Zielfische, nach meinen Vorstellungen an den Haken zu bekommen. Jedenfalls konnte ich mit meinen gängigen Methoden die Schonzeit überbrücken. Nun Kommt die Zeit, meine Raubfischruten startklar zu machen. Auch freue ich mich auf gemütliche Ansitze. Warte bis mein Waggler abzieht und bin gespannt, was am Haken hängt.

12.04.21 Am frühen Morgen zog ich erneut los, um die oben benannten Fische nachzustellen. Ziel war die Saale. Am ersten Topspot angekommen, erhoffte ich mir schnell Fisch. Es passierte nichts, eine halbe Stunde keinen Zupfer. Ich wechselte an eine weitere fangsichere Stelle und machte die gleiche Erfahrung. Ich schob dieses Beißverhalten auf die stark abfallenden Teperaturen in der Nacht. Ich setzte mich auf eine Bank und beobachtete die Wasseroberfläche. Ich nahm in den Flachwasserbereichen Aktivität war. Fische tummelten sich an der Wasseroberfläche. Etwas Weißbrot ins Wasser geworfen und weiter beobachten. Die Fische schnappten nach dem Brot. In ca. 50 cm tiefen Wasser, fing ich dann einen Fisch nach dem anderen. Döbel, Brassen, Güster, Blötze, Aaland, diese Bandbreite war vertreten. Die Döbel sind rank und schlank, scheinbar schon abgelaicht. Die Güstern, teilweise frei von Schuppen, zerfetzte Flossen. Begab ich mich in tiefer Regionen, war kein Fisch zu fangen. Beste Beißzeit war zwischen 9:00 und 12:00. Vor und danach, bissen die Fische deutlich eingeschränkter.

                        Viel Erfolg wünsche ich euch, mit euren Methoden, eure Trumfische zu fangen.

05.05.2021 Es ist ca. zweieinhalb Wochen her. Im kalten April folgten drei  Tage, da lagen die Temperaturen über 15 Grad, mit ausgeprägtem Sonnenschein. Am letzten der drei Tage, begab ich mich an einen See. Ich suchte mir eine Stelle, mit einer Wassertiefe von nicht mehr als 50 cm. Mein Ziel war der erste Karpfen, eine Karausche. Ich orientierte mich an gleicher Stelle, ähnlichen Wetterbedingungen, wie im letzten Jahr. Mit dem Unterschied, dass diese Bedingungen letztes Jahr, schon im März herrschten. Und siehe da, ich hatte Erfolg. Sogar das Beißfenster war identisch, 9:00-11:30. Vor und nach dieser Uhrzeit verblieb ich ohne Bisse. Ich hatte sechs Bisse. Meine Pose zog immer seitlich, in Zeitlupe ab. Fünf Bisse konnte ich verwirklichen. Aus meiner Sicht, für die Jahreszeit gute Fische. Vier prächtige Karauschen, ein Karpfen wurden gelandet. An den folgenden Tagen, sanken die Temperaturen erneut in den einstelligen Bereich. Ich suchte diese Stelle erneut zweimal in Folge auf. Ich verblieb ohne Fisch. Irgendwie muss ich zu Fisch kommen. Ich griff nochmas im Fließwasser an. Das Ergebnis, die Fische bissen extrem schlecht. Anfangs gingen vereinzelt noch die Döbel an den Haken. Ein, zwei 50er waren noch zu vermerken. Dann ging es mit der Größe abwärts. Einen weiteren Tag, bissen nur noch kleinere Fische und das auch nur nach langen Wartezeiten. Wie ihr wisst, angele ich gerne mit Toastbrot. Eigentlich ein Unding, dass dieser Köder keine Interesse erweckt hat. Es folgte der erste Mai. Die Raubfischsaison war eröffnet. Wir suchten ein Gewässer auf, bei dem der Angeldruck gering ist. Tatsache, wir waren die Einzigen am Wasser. Wir zogen drei Stunden durch. Resultat waren ein Nachläufer, eine Attacke. Somit verblieben wir ohne Fisch. An anderen Gewässern, war laut Hörensagen die Hölle los. Angler waren in Mengen vertreten. Ich griff erneut am Folgetag an. Siehe da, an allen Gewässern welche ich anfuhr, war ich der einzige Angler. Und wie ich immer wieder beschreibe, nicht jedes Gewässer tickt gleich. An bestimmten Gewässern war nicht ein Zupfer zu vermerken. An einem Gewässer hatte ich mit den ersten drei Würfen gleich drei Anfasser, in deutlich auseinanderliegenden Wurfdistanzen. Mit dem vierten Wurf, gab es einen Einschlag. Laut Drillverhalten, rechnete ich mit einem 70er Hecht. Der Hecht fing an zu springen, ohoh. Ich betete, dass der Fisch sich nicht löst. Die Rutespitze hielt ich im Bereich der Wasseroberfläche, um weitere Sprünge zu vermeiden. Ich hatte den Fisch nahe am Ufer. Mehrfach ging er kräftig in den Drill. Dann hatte ich ihn im Kescher, einen 93er Hecht. Folgend war kein Biss mehr zu vernehmen. Am gleiches Gewässer, am nächsten Tag, konnte ich noch einen 72er und 78ger Hecht vermerken. Wohlgemerkt bissen die Fische nur in einem gewissen Zeitfenster. Einen Tag später versuchte ich erneut an dieser Stelle. Ich blieb erfolglos. Auch an anderen Gewässern konnte ich keinen Hecht vermerken. Angelfreunde fingen auch nur sehr eingeschränkt.

                                                            bis zum nächsten Bericht, Stefan

20.07.21 Was war angeltechnisch in den letzten Wochen los ? Ich kann es kurz fassen. Der steigende und abfallende Wasserspiegel, plus drastische Wetterwechsel, ließen wenig Fisch an den Haken gehen. Aal, große Karauschen, einige mittlere Hechte waren vor ca. einem Monat zu vermerken. Thomas fing einen Wels, nahe der 2m Marke, plus zwei Zander Anfang 90 cm. Dann ging es mit der Fangquote drastisch abwärts. Edliche Nullrunden beim Spinnfischen und Ansitz waren dominant. Aus Erfahrung weiß ich, der Juli ist selten der beste Fangmonat. Trotzdem gibt es immer etwas zu berichten. Hier einmal 3 Erfahrungen, welche ich gemacht habe, bzw. Gedanken, welche mich beschäftigen.

1. Der moderne Angler am Forellensee

Nehmen wir einmal den momentanen Trend beim Forellenangeln. Ich sage nur Spoons, verschiedene neuartige Weichköder. In jeder Angelzeitschrift, in sämtliche sozialen Netzwerken werden diese idealisiert. Monatlich kommen neue Formen, Farben verschiedener Hersteller auf den Markt. In allen Medienvormaten werden diese beangelt. Meine Meinung, ich kann es nicht mehr hören. Ich kann die Dinger nicht mehr sehen und ich möchte sie auch nicht mehr angeln. Überall diese total überteuerten Teile, plus hinzukommende leichteste Ruten, plus Rollen im Miniformat, welche in einer Männerhand verschwinden. Jetzt mal ehrlich, wer ist diesem Trend nicht verfallen. Selbst ich, ließ mich von den Medien leiten und besitze eine gewisse Ausrüstung, der benannten Art. Viele verfallen in einen gewissen Kaufrausch, bauen sich eine Sammlung auf. Resultat, ein stolzer Besitzer einer neuartigen Ausrüstung, welche schön anzuschauen ist.  Einmal negative Erfahrungen mit Spoons am Wasser gemacht, greifen wir auf alte Methoden zurück. Gehen wir in der Geschichte mal etwas zurück.

Die ersten Forellenseen öffneten in meiner frühen Jugendzeit. Mein Vereinsvorsitzender sammelte alle Kinder und Jugendlichen ein und ab ging es an den Forellensee. Meine Ausrüstung bestand aus einer wabbligen Rute, aus tiefster Ostzeit, einem Kescher. Montiert war meine Rute mit einer fetten Korkpose. Am Haken befand sich klassisch ein Maiskorn oder ein Wurm. Die Ausrüstung der weiteren Teilnehmer war ähnlich. Was soll ich sagen, alle fingen Forellen und das auch noch in guten Stückzahlen. Keiner hatte  Erfahrung. Dann nahm die Evolution ihren Lauf. Powerbait kam auf den Markt, der ultimative schwimmende Teig, mit Glitter. Folgend kamen Geschmackssorten wie Leber, Knoblauch und und und dazu. Der Federkiel nahm Einzug, in Kombination mit dem Ghostblei. Bodentaster, Pilotkogel, Spirolinos, laufend in verschiedenen Tiefen. Erinnern wir uns an Tremarella und was nicht noch für Kram in unseren Angelkästen liegt. Wenn ich mal an einen Forellensee fahre, greife ich auf meine gängigen Methoden zurück, welche ich schon vor zehn Jahren nutzte. Es muss jedoch nicht mehr sein. Schaut euch doch mal am Forellnsee um. Das ist doch eine Kasperbude der Extraklasse. Spoonangler stolzieren im bunten Profioutfit um den See. Fängt einer eine Forelle, fliegen die Spiros in Richtung fangenden Angler. Grundmontagen verfangen sich mit Schleppmontagen. In der Nacht wird angestanden, um den besten Platz zu bekommen. Da knallt es doch ganz schnell zwischen den Anglern. Entspannen kann ich mich da nicht. Das macht mich wütend !!! Dann kommt noch der Preis, welcher sich aus Verpflegung , Köder, Tagesbeitrag, Sprit zusammensetzt. Aus meiner Sicht ist das zunehmende Geldschneiderei. Wer glücklich ist, in den benannten Gewässer zu angeln, soll es machen. Ich distanziere mich deutlich davon.

 

 

2. Der böse Angler muß weg

Es ist ca. drei Wochen her. Vor Arbeitsbeginn zog ich mit einer Rute los, um noch einige Fische herauszukitzeln. Mit  Beendigung meines Ausfluges, begab ich mich zum Auto. Plötzlich hielt ein Mann hinter mir. " Sind sie Angler ? Kennen sie sich hier aus ?" Ich bejate seine Nachfrage. Er benannte mir eine nicht weit entfernte Stelle am Fluss. Fragte, ob dort Autos parken dürfen. Ich gab mein Wissen weiter, " Ja ". Der Mann erfragte immer weitere Plätze zum gleichen Thema. Ich bemerkte, dass ihn einige meiner Antworten nicht zufrieden stellten. Größtenteils erhielt er von mir Antworten welche nicht zu seiner Denkensweise passten. Er erfragte weiterhin, ob an bestimmten Plätzen ein Wohnmobil geparkt werden darf. Erneut erhielt er nach meinem Wissen, die passende Antwort, " Ja ".  Die Person wurde mir zunehmend unsympatischer. Ich verdeutlichte ihm auch Plätze, wo das Anfahren verboten ist. Dann wurde es kritisch. Er versuchte mir Möglichkeiten zu entlocken, wie man diese Personen rechtlich belangen kann. Nummernschilder fotografieren, die Fahrzeughalter anschließend anzeigen.  Jetzt war der Kanal voll. Ich verblieb ruhig, verabschiedete mich und trat meinen Arbeitstag an. Ich reflektierte die Situation noch den ganzen Tag für mich. Diese Person war ein ............ Eine Person, welche uns Angler schädigen möchte. Ich bin mir sicher, dass nicht jeder Person so ruhig geblieben währe wie ich.

 

 

3. Größer, schwerer, gigantischer

Jeder kennt das von euch. Nach vielen Angeltagen habt ihr endlich mal einen richtigen Apparat gefangen. Was geht da bei den meisten im Kopf ab. Ich muss wieder ein solches Exemplar fangen, oder ein Größes, dass schnellstmöglichst. Dann hört man von Freunden, dass jemand einen kennt der auch einen großen Fisch gefangen hat. In den sozialen Netzwerken wird geblättert. Notwendige Infos werden eingeholt. Bei Youtube wird geschaut. Youtuber präsentieren in fast jedem Video Fische über dem magischen Meter. Leute, dass ist nicht die Realität. Ich selbst kenne dieses Problem. Teilweise drehen sich Nacht und Tag die Gedanken nur um dieses Thema. Der Sinn vom Angeln geht aus meiner Sicht diesbezüglich verloren. Mein Angelkumpel hatte neulich einen knapp zwei Meter Wels, plus stolze Zanderexemplare. Die Fangbilder im sozialen Netzwerk verteilt, entfachten sich wie ein Lauffeuer. Im Angelladen wurde gefragt, wo die Fangstelle ist. Der Fänger wurde selbst von verschiedenen Anglern befragt. Ich wurde befragt. Bitte wer gibt denn diese Stelle freiwillig her. Die Angler welche fragten, waren schon uneinsichtig, zeigten sich unverständlich, weil sie keine Info von uns erhielten. Wie Geier müssen sie das gleiche Ziel erreichen. Ich bin mir sicher, wenn sie die Stelle wüssten, würden sie nicht einen ähnlichen Erfolg haben. Umweltbedingungen, Köderführung, Köderwahl sind entscheidend. Da kann man sich als Profi bezeichnen wie man möchte. Ein Gewässer mit all seinen Gegebenheiten zu kennen, dauert Jahre. Ich habe meine Gewässer und weiche nur selten von diesen ab. Irgendwann wann fange ich auch in diesen  großen Fisch. Es muss nicht immer der Meterfisch sein, sondern freue mich über einen Großen seiner Art. Ich liebe das Angeln mit dem Waggler. Nicht zu fein, ne fette 30er Schnur auf der Rolle, nicht weit vom Ufer abgesetzt. Da kann alles beißen. Ein Aal über 70 cm, eine Karausche über 45 cm, eine prächtige Schleie sind für mich große Erfolge. Und selbst die muss man erst einmal fangen. Also immer schön auf dem Boden bleiben. Angeln soll entspannen und nicht verrückt machen.

 

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© Stefan Strauch