Wie ihr sicherlich mitbekommt, seht ihr uns selten mit einem Barsch oder mit einem Zander. Aus meiner Sicht, sind wir keine typische Zanderregion. In der Saale, unseren angehörigen Fluss und anliegenden Altärmen, sind Zander vorhanden. Gezielt beangelt bzw. als Beifang, stieg selten ein Zander ein. Beim Hecht, sieht die ganze Sache ganz anders aus. Dieser fasziniert mich und ich beschäftige mich ausführlich mit all den Methoden und Gegebenheiten.

Hier einige nützliche Tips, um Erfolg zu haben.

1. Führt euren Köder bis zum Uferrand !

Egal, welchen Kunstköder ihr beangelt, führt diesen soweit wie möglich, bis zum Ufer. Nicht selten habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Hecht, beim Herausheben des Köders attackiert. Trübes Wasser lässt immer hoffen. Ist das Wasser glasklar, nur 40 cm tief, schwindet die Motivation auf den letzten Metern. Die Sicht auf den Kunstköder und der nicht zu ersehende Fisch, lässt die Hoffnung schwinden.  Der Köder wird herausgehoben oder schnell eingeholt. Wer einmal in den Genuss gekommen ist, einen Hecht in seiner Beschleunigung wahrzunehmen und das auf den letzten Zentimetern vor dem Ufer, derjenige wird meine Meinung teilen. Gerade im klaren wasser kann der Fisch den Köder über mehrere Meter fixieren. Kann unmittelbar aus dem benachbarten Busch bzw. unter einer Krautbank hervorschießen. Meißt ist dieser Vorgang mit einem deftigen Schreck verbunden. Auch wenn ihr denkt, es steht kein Hecht vor Ort. Glaubt mir, die Hechte beobachten alles ganz genau. Hier bin ich schon bei einem Punkt, welchen ich später noch einmal verdeutliche. Eine kräftige Schnur ist von Vorteil. Kommt der Einschlag, wirken extreme Kräfte und alles läuft in Bruchteilen von Sekunden ab. Die Bremse sollte dementsprechend eingestellt werden.

2. Im Flachen, kanns krachen !

 Hechte beißen nicht nur, wie so oft beschrieben, im Frühjahr im Flachen. Auch im Winter, fangen wir diese, in flachen Gewässern. In tiefen Kiesgruben und ähnlichen Gewässern, zieht sich der Fisch natürlich im Winter, in die tieferen Zonen zurück und schraubt seinen Stoffwechsel, bei warmen 4 Grad nach unten. In diesen Gewässern ist eine komplett andere Wasserzirkulation, als in den Flachen. Somit schwankt natürlich auch der Temperaturunterschied.

Gerade in der kalten Jahreszeit, klart das Wasser enorm auf. In dieser Zeit, mache ich die interessantesten Erfahrungen. Hier kann man genau wahrnehmen, wie Hechte ticken. Ich schweife kurz ab. Wie oft merkt man, einen kleinen Tuck in der Spitze. Im Hinterkopf passiert Folgendes. Ein kleiner Hecht hatt den Köder verfehlt. Der Köder hat an einem Gegenstand gestriffen. War bestimmt nur ein Barsch. Das mag manchmal sein, aber ihr irrt euch mehr als ihr denkt. Könnt ihr alles mit Hilfe einer Poolbrille verfolgen, seht ihr erst einmal, wie viele Attacken ihr habt. Wie oft ein Hecht, einen Köder verfehlt. Es ist egal ob der Hecht 30 cm bzw. 80 cm ist. Das Gefühl beim Verfehlen, Attackieren, welches sich von der Rutenspitze in dein Handgelenk überträgt ist nicht selten ähnlich. Das Angeln im flachen Wasser steckt voller Adrenalin. Wie schon beschrieben, du siehst, erahnst keinen Fisch. Mehrere Meter neben deinem Köder, welchen du einholst, ensteht ein Kiesel. Eine Welle bigibt sich in rasender Geschwindigkeit in Richtung flachlaufenden Gummisich oder Hardbait. Dann kommt der Einschlag. Das ist ein geiles Gefühl.

Ich angelte mit einem Gummifisch, ca. 17 cm Länge. Ein ungefähr 60cm langer Hecht, inhalierte den kompletten Köder, mit Beifänger. Er spuckte diesen wieder aus. In der Rute merkte ich nur einen leichten Kontakt. Es gibt eine Menge Köder und Varianten, wie ihr die Fische im Flachwasser nachstellen könnt. Ein Tipp noch von mir. Flache Zonen sind selbst noch im Winter krautreich. Verwendet eine straffe Geflochtene. Der Hecht darf nich ins Kraut. Und schafft er es doch, müsst ihr ihn Paroli bieten. Wir fischen eine 15-17 kg Schnur. Und geht auch weg von den dünnen Schnürchen. 

3. Beifänger ,Ja oder Nein ?

Ich kann mich genau erinnern. Es ist lange her. Der Gummifisch kam so richtig in Mode. Vorher war der Blinker und Spinner für mich aktuell. Ich angelte in der Saale. Ich hatte mehrere Bisse und fast alle Fische gingen mir verloren. Thomas angelte schon mit Beifänger. Wir beschäftigten uns mit der Materie, fingen an diese selbst zu basteln. Und der Erfolg blieb nicht aus. Würde ich eine Studie erstellen, hingen 70 % der Fische am Beifänger. Die Hechte befinden sich nicht immer in ihrer aggressiven Beißlaune. Es gibt Tage, da beißen sie sehr spitz, testen an. Genau da ist der Stinger von Vorteil. Dank Thomas, ein Rat, welchen ihr beherzigen müsst ! Wählt das Stahl vom Stinger deutlich stärker, als das vom Vorfach. Hängt der Hecht am Beifänger, wendet und dreht er sich. Es wirken enorme Kräfte. Wegen der Geschmeidigkeit und Flexibilität verwendet wir ein 7x7 Vorfach, um die 12, 13 kg. Oft schon erlebt, hatt die 9kg Variante versagt.

4. Einige Kilometer

Ich weiß, ich wiederhole mich in meinen Worten. Aber nochmals, oft sind gute Spots einige 100 Meter, bzw. 1-2 Kilometer, oder noch mehr entfernt. Gutes Schuhwerk sind ein absolutes Muss. Ein weiterer Faktor ist natürlich, dass diese Stellen, deutlich weniger Angeldruck ausgesetzt sind. Wer noch gut zu Fuß ist, Wandertage sind oft gute Fangtage. Nachteil ist, dass man nicht selten, mehr Zeit mit Laufen verbringt ,als mit Angeln.

 

5. Stammgewässer

Auch wenn ihr seht, dass euer Stammgewässer stark beangelt wird. In eurem Kopf, überträgt sich der Angeldruck auf eure Schneiderrunden. Selbstverständlich ist erhöter Angeldruck, ein wichtiger Faktor, für eingeschränktes Beißverhalten. Ich sage euch, gebt nicht auf. Beangelt ihr eure Stammgewässer intensiv, kennt ihr im Laufe der Zeit, jeden Stein, jeden Ast, welcher sich unter dem Wasserspiegel befindet. Aufgrund von Köderverlust, werden die meisten Angler, diese Stellen meiden. Ihr wisst Strukturen, Tiefen. Das sind eure Vorteile gegenüber den Anglern, welche im Jahr das Gewässer nur zwei, dreimal besuchen. Der Spätherbst naht, regnerische, ungemütiche Tage kommen, gefolgt vom Winter. Es wird ruhiger am Wasser, der Angeldruck sinkt. Viele Angler, verbleiben dann gemütlich auf dem Sofa sitzen. Das machst du nicht ! Denn, das kann deine Chance sein. Passende Klamotten an und Angeln. Auch im Winter gibt es Beißtage, wie im Frühjahr, Sommer, Herbst. Die Exemplare, sind dann deutlich strammer. Selbst ich beangele mehrfach im Jahr die größten, fischreichesten Gewässer in Deutschland. Ich fahre Stellen an, da riecht es regelrecht nach Fisch. Leider bin ich dort in den seltesten Fällen fängig, weil ich die Gegebenheiten gar nicht kenne. Im Besitz eines Echolotes bin ich nicht. Wieder in der Heimat, läuft es entgegengesetzt. Lernt ein Gewässer kennen, bleibt diesem treu und ihr werdet fangen.

 

6. Der Hecht im Karpfenteich

Ja, ich bin der Ansicht, diesen gibt es wirklich, bzw. ich weiß es. Im Kleinsten Teich befinden sich Hechte. Diese müssen nicht, aufgrund der Gewässertiefe bzw. Größe klein sein.  Also, habt Mut und probiert einmal, kleine Gewässer aus. Meistens haben die Hechte, in diesen Gewässern eine Einheitsgröße. Auch, wenn ihr schon Einige, in diesem Gewässer gefangen habt, seit gewiss, irgendwo steht noch ne Kanone. Jedoch, sind diese Tiere sehr erfahren und nicht leicht an den Haken zu bekommen. 

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© Stefan Strauch